Fehl-Einschätzung: Klimt und die falschen Erben

Chronik eines peinlichen Irrtums
2001 wurde Gustav Klimts Gemälde "Apfelbaum II" gemäß Restitutionsgesetz an die Erben der rechtmäßigen Eigentümerin zurückgegeben. Wie der Kunstrückgabebeirat jetzt festgestellt hat, waren es die falschen Erben. Bzw. der falsche Apfelbaum.

Gustav Klimt: Apfelbaum II © APA/Barbara Gindl

Das Bild "Apfelbaum II" – so war ursprünglich festgestellt worden – stamme aus der Sammlung der kunstsinnigen Wiener Familie Zuckerkandl und habe zuletzt Nora Stiasny gehört, als sie 1942 nach Polen verschleppt wurde.

Tatsächlich dürfte das Bild aber den Kunstmäzenen Serena und August Lederer gehört haben. Und es ist wohl auch nicht als Raubkunst in den Besitz des Belvederes gelangt.

Gustav Klimt: Rosen unter Bäumen (c) Klimt Archiv Wien

Nora Stiasny gehörte in Wirklichkeit ein anderes Apfelbaum-Gemälde von Gustav Klimt: Es heißt "Rosen unter Bäumen", oder auch "Rosen unter dem segengebeugten Apfelbaume" und hängt seit 1980 im Musée d’Orsay in Paris.

Hat die Republik 2001 übereilt gehandelt?
Hat das Belvedere jetzt Aussicht, den irrtümlich restituierten "Apfelbaum II" zurückzubekommen?
Wie kam es überhaupt zu diesem folgenschweren Irrtum?
Der kulturMontag mit einem Versuch, die Verwirrung aufzuklären.

TV-Beitrag: Franziska Mayr-Keber, Harald Wilde

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