Im Auftrag seiner Majestät - Ein barocker Bücherkrimi

Als Treibholz das morsche Schiff trifft, drohen die Wenzelsbibel, die Goldene Bulle, das Tacuinum Sanitatis und tausende weiterer, einzigartiger Kostbarkeiten für immer von den Fluten verschlungen zu werden.

Martin Brambach (c)ORF

Lambecks Tagebuch dokumentiert die Fahrt

In der Dokumentation wird die mühevolle, Wochen währende Kutschenfahrt des Hofbibliothekars Seiner Majestät, Peter Lambeck (Bild: Martin Brambach), von Wien nach Tirol anhand der einzigartigen Tagebuchaufzeichnungen dargestellt, die der Bibliophile hinterließ.

Jede Reise ein Wagnis

18 Jahre vor der 2. Türkenbelagerung Wiens und kurz nach Ende des dreißigjährigen Kriegs stellte jede Reise ein Wagnis dar, das mit großen, körperlichen Strapazen einherging. Befestigte Straßen gab es nicht, Herbergen stellten kaum ein einfaches Nachtlager zur Verfügung und bei schlechter Witterung oder Gefahr musste abgewartet werden, bis die Strecke wieder passierbar war.

Ein Bücherschatz von unvorstellbarem Wert

In Schloss Ambras fand Peter Lambeck über 6000 Handschriften und Inkunabeln vor, die heute in ihrer Gesamtheit zu den bedeutendsten Kulturschätzen der Menschheit gehören, im Rang vergleichbar einer Mona Lisa.

Der begeisterte Bücherliebhaber verlor sich Tage lang in der Betrachtung und Katalogisierung der Wenzelsbibel, der Goldenen Bulle, des Tacuinum Sanitatis, des Bellifortis, von Heilsspiegel, Chirurgia des Abul Casim, Utrechter Prachtbibel und zahllosen anderen, einzigartigen Zimelien.

(c)ORF

Rückfahrt über Inn und Donau

Für die Rückfahrt mit dem Bücherschatz der Habsburger wählte Lambeck einen schnelleren, wenngleich noch gefährlicheren Weg. Über Inn und Donau reisten der Hofbibliothekar und sein treuer Diener Matthaus in einem Salzschiff nach Wien zurück.

Ein gefährliches Unternehmen

Ein derartiges Unterfangen weckte bereits mit gewöhnlicher Handelsware an Bord viele Begehrlichkeiten. Der wertvollste Handschriftenbestand der Habsburger Fürsten war natürlich ein besonders lohnendes Ziel der räuberischen Schiffsknechte und ihrer Helfer. Besonders, wenn die Überführung in einem lecken Schiff über unsichere Flüsse in unsicheren Zeiten vonstatten ging...

Die Dokumentation ist nicht zuletzt eine Hommage an den ursprünglich aus Hamburg stammenden, „Bücher mehr als die Menschen liebenden“ Peter Lambeck (dargestellt von Martin Brambach), dessen Aufgabe, „Puecher“ von Tirol nach Wien zu transportieren, in kriegerischen, rohen Zeiten ein für seine Mitbürger sehr seltsames Unterfangen darstellte.