Ein poetischer Grenzgänger - Günter Brus

Umfassende Retro zum 80. Geburtstag
Das Belvedere 21 würdigt einen der einflussreichsten österreichischen Künstler.

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Mit 734 teils noch nie gezeigten Werken ermöglicht Kurator Harald Krejci einen neuen - weicheren, fast poetischen – Blick auf den oft ausschließlich als Provokateur hingestellten Günter Brus.

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In den 1960er Jahren haben seine Aktionen – allen voran die so genannte "Uni-Ferkelei" – für handfeste Skandale gesorgt, haben aber auch der heutigen Performance-Kunst den Weg bereitet. Seine letzte Aktion, die "Zerreißprobe", fand 1970 in München statt.

Danach wendet sich Brus wieder mehr dem Schreiben und Zeichnen zu und schafft sogenannte Bild-Dichtungen – was meist als krasser Gegensatz zu seinen früheren Provokationen verstanden wird.

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Nicht so im Belvedere 21: die Schau "Unruhe nach dem Sturm" verdeutlicht die Kontinuität seiner Entwicklung, vom Maler des Informel zum oft über die Grenzen des Erträglichen hinausgehenden Aktionisten bis hin zum humorvollen, sensiblen, aber immer noch politischen Bild-Poeten.

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Brus ist in seinen Bild-Dichtungen kein bisschen weniger radikal als in seinen Aktionen und in seinen Aktionen ebenso verletzlich wie in seinen Bildern.

Wie groß sein Einfluss auch heute noch ist, das hat der kulturMontag mit den beiden Performance-Künstlerinnen Sonia Leimer und Sophia Süßmilch im Belvedere 21 besprochen – und auch Günter Brus selbst zum Gespräch gebeten.

TV-Beitrag: Stefanie Simpkins

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