Täuschungs-Manöver: Akademisches Ghostwriting

Wer's hat, lässt schreiben
Der Erwerb eines akademischen Grades kostet viel Zeit und Gehirnschmalz - oder Geld.

Finanzielle Investitionen in die Auftragsarbeiten geübter Ghostwriter ziehen immer größere akademische Kreise.

Im Gegensatz zu Plagiaten, die zuletzt so manchem Politiker die Doktorwürde gekostet hat, ist einer geghosteten Arbeit nicht so ohne weiteres mit einer Software zu entlarven. Das Business boomt: Vor ein paar Jahren noch waren die Angebote im Internet noch ein wenig verschämt und verklausuliert, heute werben Ghostwriting-Agenturen in Hochglanz, samt Preisrechner und Erfolgsgarantie. 7000 Arbeiten in neun Jahren will eine deutsche Agentur verfasst haben – bei Preisen bis zu 30.000.- Euro ein Bombengeschäft.

(c) Macchiato Verlag

Autor Wolfgang Klinghammer beleuchtet in seinem neuen Roman "Der Bearbeiter" das "Akademische Ghostwriting" – und er weiß, worüber er schreibt: Er ist selbst Ghostwriter. Im Brotberuf, sozusagen. Denn von jenen Werken, die er unter eigenem Namen verfasst hat, könnte er nicht leben. So wie Konrad, der Held seines Romans, hat auch Klinghammer schon zahllose akademische Arbeiten verfasst – das Studienfach sei egal, wenn man schreiben kann, dann könne man über alles schreiben.

Der kultur.montag über die Doktorarbeit aus fremder Geisteskraft.


TV-Beitrag: Thomas Macho

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