Facebook-Wunder im Wahlkampf

Gertrude Pressburger erzählt von ihrem Schicksal
Ihre Video-Botschaft, in der sie vor Hassrhetorik im Bundespräsidentschafts-Wahlkampf im Jahr 2016 warnte, wurde in den sozialen Medien rasch ein riesiger Erfolg.

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3,2 Millionen Aufrufe verzeichnete der kurze, aber eindringliche Appell der damals 89-jährigen Wienerin. Mit ihrem aufwühlenden Statement gegen die Radikalisierung von Geist und Wort auf der Facebook-Seite von Alexander van der Bellen wurde Gertrude Pressburger zum Sinnbild einer neuen Form des Wahlkampfs. Die Holocaust-Überlebende fühlte sich durch manch Äußerung an die Dreißigerjahre erinnert.

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Jetzt erzählt sie in dem Buch "Gelebt, erlebt, überlebt" erstmals ihre Lebensgeschichte, denn über ihr Schicksal hat Gertrude Pressburger jahrzehntelang geschwiegen. Gertrude war zehn, als Hitler in Österreich einmarschierte. Obwohl die jüdische Familie katholisch getauft worden war, musste sie fliehen. Fast sechs Jahre dauerte die Flucht, die 1944 in Auschwitz endete. Gertrude überlebte den Holocaust – ihre Eltern und die zwei jüngeren Brüder wurden von den Nationalsozialisten umgebracht.

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Dass ihre wahrhaftigen Worte Gehör finden, hat sie bestärkt, mit der jungen Journalistin Marlene Groihofer ihre Autobiographie zu schreiben: "Ich bin nicht zurückgekommen, um dasselbe noch einmal zu erleben."

TV-Beitrag: Sophie Weilandt

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