Denk-Ansätze: Wege aus der Krise

Von Okkupanten und Selbstoptimierern
Euro-Krise, Banken-Krise, Finanzmarkt-Krise: Unmengen an Geld wurden dabei verbrannt – wie viel kann freilich niemand beziffern.

(c) EPA/FRANCK ROBICHON

Selbst Alan Greenspan, langjähriger Chef der US-Notenbank, musste zugeben, dass es nicht möglich ist, die konkrete Geldmenge zu erfassen. Geld ist also zusehends ein fiktionaler Wert. Das hilft aber jenen nichts, die mit der Krise alles verloren haben. Und belastet die nicht, die weiterhin satte Boni beziehen.

Der Homo Oeconomicus, der durchrationalisierte, sich selbstoptimierende Mensch setzt sein Werk fort. Ihm gegenüber stehen die Occupy-Aktivisten, die für eine neue selbstbewusste Bürgergesellschaft stehen.

Nur: Lange hat man nichts von ihnen gehört. Stehen wir am Beginn einer Zeitenwende? Wird sich unsere Kultur in wenigen Jahrzehnten nicht mehr so sehr über Geld definieren wie heute? Oder ist Geld ohnehin schon längst zur unantastbaren Quasi-Religion geworden?

Der kultur.montag fragt bei klugen Köpfen nach: Die Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun begründet die Gier nach Geld in der Angst der Menschen. Deutschlands Parade-Intellektueller Frank Schirrmacher ist überzeugt, dass die Marktwirtschaft längst bis in die letzte Faser der menschlichen Existenz vorgedrungen ist. Und der Ökonom Karl-Heinz Brodbeck hält die Finanz-Krise für eine Krise der Ratio.


TV-Beitrag: Constanze Griessler, Sophie Weilandt

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